Zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz entscheiden darüber, ob wir morgens gern zur Arbeit gehen oder mit einem Kloß im Hals. Gute Beziehungen entstehen durch klare Regeln, respektvolle Kommunikation und rechtzeitig gelöste Konflikte; Tratsch, unklare Rollen und Vorgesetzte, die Probleme übersehen, zerstören sie. Wiederholt sich schlechtes Verhalten und richtet es sich gegen eine Person, ist das kein schlechtes Betriebsklima mehr, sondern Mobbing – und das ist gesetzlich verboten.
Warum das Miteinander am Arbeitsplatz so wichtig ist
Mit Kolleginnen und Kollegen verbringen wir oft mehr wache Stunden als mit der Familie. Kein Wunder also, dass Studien zur Arbeitszufriedenheit – darunter zahlreiche slowenische Abschlussarbeiten – immer wieder die Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten zu den wichtigsten Faktoren zählen, nicht nur das Gehalt.
Wo Menschen einander vertrauen, fällt es leichter, Fehler zuzugeben, um Hilfe zu bitten und Wissen zu teilen. Wo Misstrauen herrscht, fließt die Energie in Vorsicht, Absicherung und Rätselraten, was die anderen wirklich denken. Spannungen im Team gehören zudem zu den häufigen Stressquellen, die man mit nach Hause nimmt.
Was die Beziehungen im Unternehmen am häufigsten belastet
Schlechte Beziehungen gehen selten auf eine einzige „schwierige“ Person zurück. Meist stecken Umstände dahinter, die sich ändern lassen:
- Unklare Rollen und Aufgaben – wenn niemand weiß, wer wofür zuständig ist, beginnt schnell die Suche nach einem Schuldigen.
- Überlastung – müde und unter Zeitdruck sind wir weniger geduldig und schneller gereizt.
- Schlechte Kommunikation – Informationen, die über den Flurfunk statt in Besprechungen laufen, erzeugen Gerüchte.
- Gefühl von Ungerechtigkeit – ungleiche Behandlung bei Arbeitsverteilung, Urlaub oder Prämien.
- Tratsch und Grüppchen – Einzelne werden von Gesprächen und Entscheidungen ausgeschlossen.
- Ungelöste Konflikte – ein Streit, über den geschwiegen wird, verschwindet nicht, er staut sich an.
Wie man gute Beziehungen am Arbeitsplatz aufbaut
Als Kollegin oder Kollege
Man muss nicht alle Kollegen mögen. Es genügt, ihnen gegenüber fair und berechenbar aufzutreten. Grüßen, sich bedanken und Absprachen einhalten wirken wie Kleinigkeiten – genau daraus entsteht aber Vertrauen.
- Kritisieren Sie das Verhalten, nicht die Person: „Der Bericht kam einen Tag zu spät“ statt „Du bist immer zu spät“.
- Sprechen Sie ein Problem zuerst direkt bei der betreffenden Person an, nicht bei Dritten.
- Machen Sie beim Lästern nicht mit – auch stilles Nicken nährt es.
- Respektieren Sie Grenzen: Nicht jeder möchte Privates teilen oder nach Feierabend etwas unternehmen.
Als Führungskraft
Führungskräfte haben den größten Einfluss auf das Klima im Team. Die Mitarbeitenden beobachten genau, wie sie auf Fehler reagieren, wem sie das Wort geben und ob sie alle gleich behandeln. Hilfreich sind regelmäßige kurze Einzelgespräche, eine klare Aufgabenverteilung, Lob vor anderen und Kritik unter vier Augen sowie eine schnelle Reaktion, sobald Spannungen sichtbar werden. Wer einen Konflikt „der Zeit überlässt“, verlängert ihn meist nur.
Konflikt oder Mobbing: Wo liegt die Grenze?
Meinungsverschiedenheiten gehören zu jedem Team und können sogar nützlich sein, wenn man sie offen austrägt. Mobbing ist etwas anderes. Das slowenische Arbeitsverhältnisgesetz (ZDR-1) definiert es in Artikel 7 als wiederholtes oder systematisches, verwerfliches oder offensichtlich negatives und beleidigendes Verhalten gegenüber einzelnen Beschäftigten. Es ist verboten, und wer sich dagegen wehrt, darf dadurch keine Nachteile erleiden.

| Gewöhnlicher Konflikt | Mobbing | |
|---|---|---|
| Häufigkeit | Gelegentlich, einmalig | Wiederholt, systematisch, über längere Zeit |
| Ziel | Eine Frage, Aufgabe, Entscheidung | Immer dieselbe Person |
| Absicht | Eine Meinungsverschiedenheit klären | Demütigen, isolieren, hinausdrängen |
| Machtverhältnis | Weitgehend ausgeglichen | Betroffene können sich kaum wehren |
Slowenische Gerichte nehmen diese Grenze ernst. In veröffentlichten Urteilen wurde Mobbing etwa bejaht, wenn ein Arbeitnehmer lange Zeit keine Arbeit bekam und von Kollegen ignoriert wurde. Einzelne, wenn auch grobe Ausfälle ohne System wurden dagegen in der Regel nicht als Mobbing anerkannt.
Nach Artikel 47 ZDR-1 muss der Arbeitgeber ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem niemand Mobbing oder Belästigung ausgesetzt ist, und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen. Das slowenische Arbeitsschutzgesetz (ZVZD-1) ergänzt in Artikel 24, dass Arbeitgeber Maßnahmen gegen Gewalt, Mobbing, Belästigung und andere psychosoziale Risiken treffen müssen. Verstößt ein Arbeitgeber gegen das Verbot, haftet er nach den allgemeinen zivilrechtlichen Regeln auf Schadenersatz.
Was tun, wenn es zu weit geht?
- Gespräch – sagen Sie, wenn möglich, ruhig und unter vier Augen, was Sie stört und was Sie erwarten.
- Vorgesetzte oder Personalabteilung – hilft das Gespräch nicht, melden Sie das Problem Ihrer Führungskraft. Größere Unternehmen haben oft eine Ansprechperson für Mobbing und eine Richtlinie mit klarem Ablauf.
- Mobbing-Tagebuch – notieren Sie Datum, Vorfall, Anwesende und die Folgen für Sie. Bewahren Sie E-Mails und Nachrichten auf.
- Ärztin oder Arzt – bei Schlafstörungen, Angst oder körperlichen Beschwerden zum Hausarzt gehen; die Unterlagen können später auch als Beweis dienen.
- Hilfe von außen – Gewerkschaft, Arbeitsinspektion oder eine Anwältin bzw. ein Anwalt für Arbeitsrecht.
Mehr dazu, wie Arbeitgeber Stress und psychosoziale Risiken in den Griff bekommen, finden Sie bei der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
Häufige Fragen
Muss ich mit meinen Kollegen befreundet sein?
Nein. Freundschaften im Job sind schön, aber keine Voraussetzung für gute Zusammenarbeit. Fairness und verlässliche Absprachen genügen.
Ist es schon Mobbing, wenn die Chefin schreit?
Ein einmaliger Ausbruch in der Regel nicht, auch wenn er unangemessen ist. Von Mobbing spricht man, wenn beleidigendes Verhalten wiederholt oder systematisch gegen dieselbe Person gerichtet ist.
Wer muss eingreifen, wenn zwei Kollegen zerstritten sind?
Zuerst die beiden selbst, dann die Führungskraft. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, für ein Arbeitsumfeld ohne Mobbing und Belästigung zu sorgen.
An wen wende ich mich, wenn ich gemobbt werde?
An die Führungskraft oder die zuständige Ansprechperson im Unternehmen, danach an die Gewerkschaft, die Arbeitsinspektion oder einen Anwalt. Leidet die Gesundheit, gehen Sie auch zum Arzt.


